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AWO: Wohltat für die Augen und Lachmuskeln

Interessanter Tagesausflug nach Dürnau und Ebersbach

21.1.2008 - Harald Kraus

 

„Warum in die Ferne schweifen, wo das Schöne liegt so nah“. Dieses geflügelte Wort mag der Idee des AWO-Ortsvereins Eislingen Pate gestanden haben, als er seine Mitglieder und Gäste am vergangenen Sonntag zu seinem ersten Ausflug im Neuen Jahr einlud. Zwei Ziele standen auf dem Programm, das Gralglasmuseum in Dürnau und eine Vorstellung in der Theaterscheuer in Ebersbach. In beiden Fällen war die AWO-Gruppe von dem Engagement der Macher und Künstler sehr angetan und erfreut, dass es auch Ziele in der näheren Umgebung „in sich haben“.

Im alten Schloß von Dürnau ist das Gralglas-Museum untergebracht, das von ehrenamtlichen Helfern, vor allem von früheren Beschäftigten der ehemaligen Glashütte zusammengetragen und gestaltet wurde. Diesem Kleinod des Glasmacherhandwerks galt der erste Besuch der AWO-Gruppe. Die ständige Ausstellung von Erzeugnissen wie Trinkgläser, Kelche, Vasen und Schalen, wie sie in der Produktion des in Konkurs gegangenen Betriebs hergestellt wurden, wird heute in übersichtlichen Vitrinen präsentiert. Eine Vielzahl davon stammt aus dem Besitz der Gemeinde Dürnau, deren früherer Bürgermeister nach dem Zusammenbruch der Firma von jeder Kollektion einen Satz aufkaufte, im Rathaus lagerte und somit den Grundstock zu dem im Jahr 1995 eröffneten Museum lieferte.

Als in Stuttgart 2001 bei einer Auktion zahlreiche Gralglas-Produkte unter den Hammer kamen, griffen die Initiatoren des Museums zu und sicherten sich manches schöne Stück für die an Unikaten reiche Sammlung. Auch bei den in Serie hergestellten Glaswaren kommen ständig neue Objekte hinzu, sodass im Wechsel immer wieder andere Gläser ausgestellt werden können. Darüber hinaus ist in dem Museum eine Vielzahl von Modellen, Werkzeugen und anderen Geräten rund um den großen Glasschmelzhafen zu sehen; alles ist anschaulich und informativ beschriftet.

Die AWO-Gruppe wurde von mehreren Mitarbeitern des Förderkreises unter Leitung von Uwe Seyfang, einem Sproß der früheren Eignerfamilie, in die Geheimnisse des Glasmachens und der Glasveredlung eingeführt. Der Werdegang der Gral-Glashütte wurde erläutert, wobei die Gruppe unter anderem erfuhr, dass in dem Betrieb 12 Glasschmelzhafen in Betrieb gewesen waren und in seiner besten Zeit dort über 400 Beschäftigte ihr Brot verdienten. Die tägliche Produktion erreichte bis zu 15000 Gläser. Nach zwei Konkursen in den Jahren 1982 und 1987 kam das endgültige Aus für den Traditionsbetrieb, in dem vor allem Glasmacher, die aus dem Böhmerwald und aus Portugal stammten, ihrem Handwerk nachgingen.

Von Dürnau fuhr die AWO-Gruppe mit dem Bus weiter nach Ebersbach, wo in der Theaterscheuer eine Mittagsvorstellung stattfand. „Männer sind auch bloß Menscha“ hieß das schwäbische Mundartstück unter der Regie von Markus Zipperle. Das Ensemble wurde seinem Ruf vollauf gerecht, denn die Lachmuskeln wurden Schlag auf Schlag strapaziert. Hedwig Hägele hatte eine Schwäche für richtige Männer und steuerte und dirigierte ihren Mann Heinrich seit 25 Jahren durch den Alltag. Heinrich hatte zwei Hobbys, die seine Gattin sehr „unmännlich“ fand, nämlich das Kochen und das Sticken. Als er bei einem Preisausschreiben gewinnt und zwischen den Diensten eines Meisterkochs und einem Geldbetrag von 1000 Euro wählen durfte, fing der Streit zwischen den beiden an, in den ihre Tochter Susanne und der Nachbar Giovanni Bordelli verwickelt wurden. Das AWO-Publikum hatte reichlich Gelegenheit zu Beifallsbekundungen für die herrlich gespielten Szenen im Wohnzimmer der Familie Hägele. Mehr soll hier nicht verraten werden, denn die Besucher waren sich sicher, dass dieses Stück auch weiterhin mit einem vollen Haus rechnen darf.

Der Tagesausflug der AWO fand seinen Ausklang im TSG-Waldheim bei Kaffee und Kuchen und Reiseleiter Harald Kraus versicherte auf dem Heimweg, dass auch weiterhin originelle Ausflüge angeboten werden. Der nächste führt am 20. Februar nach Stuttgart in das Mercedes-Benz-Museum und in den Landtag.

 

 

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