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AWO: Zeitreise mit Agnes Dürer in Nürnberg

17.3.2008 - Harald Kraus

 

Im Mittelpunkt des jüngsten Tagesausflugs der Eislinger AWO am vergangenen Mittwoch nach Nürnberg stand eine Zeitreise mit Agnes Dürer. Die sogenannte Kostumführung im Albrecht-Dürer-Haus gab einen umfassenden Einblick in das Leben und Wirken des berühmten Malers und Wissenschaftlers. Die anschließende Stadtrundfahrt führte zu den Sehenswürdigkeiten der Frankenmetropole, unter anderem auch auf das Reichsparteitagsgelände.

Bei der Führung durch zwei Mitarbeiterinnen des Museums, die sich wie die Ehefrau des berühmten Mannes gekleidet hatten, war zu erfahren, dass Dürer zur Zeit des Humanismus und der Reformation ein bedeutender Künstler gewesen ist, der als erster seine Graphiken mit dem aus den Buchstaben A und D bestehenden Monogramm kennzeichnete. Dürers Vater war ein aus Ungarn eingereister Goldschmied, der sich in Nürnberg bald einen Namen machte.

Albrecht Dürer war eines von 18 Kindern, das die Ehefrau des Goldschmieds gebar, nur drei haben überlebt, eines davon war der berühmte Maler. Er machte in der Werkstatt seines Vaters eine Ausbildung zum Goldschmied und arbeitete später bei dem Nürnberger Maler Michael Wohlgemut.

Die AWO-Gruppe erfuhr im weiteren Verlauf der als Zeitreise aufgebauten Führung, dass Dürer seine Frau Agnes, die die Tochter eines Freundes seines Vaters war, heiraten „musste“, die Ehe aber leider kinderlos blieb. Mit Witz und Ironie wurden die Gäste theatralisch durch Dürers Wohnhaus geführt und erfuhren dabei so manche Geschichte aus dem nicht immer konfliktfreien Leben der Dürers.

Über kleine Landschaftsaquarelle mit Nürnberger Motiven fand Dürer vor allem zu Portraits damals zahlungskräftiger Kunden und erweiterte sein Repertoire mit Gemälden, die Kirchen und Klöster allerorten schmückten. Seine Kupferstiche wurden weltberühmt und Dürer damit ein reicher Mann.

Die Stadtrundfahrt am Nachmittag gewährte einen Einblick in die reiche Historie der ehemaligen freien Reichsstadt, die ihren Status zu Napoleons Zeiten verlor. Das mittelalterliche Flair der über 950 Jahre alten Stadt ist auch im germanischen Nationalmuseum hautnah zu spüren, das als größtes kulturhistorisches Museum Deutschlands gilt.

Im Süden der Stadt liegt das ehemalige Reichsparteitagsgelände, wo noch heute die Überreste des Gigantismus des Nazi-Regimes zu sehen sind. Die AWO-Gruppe fuhr mit dem Bus in den Innenraum der 40 Meter hoch geplanten Kongresshalle, in der 50.000 Menschen Platz finden sollten. Die Geschichte des Geländes wird in dem Dokumentationszentrum des Reichsparteitagsgeländes erzählt und die ausgeklügelten Rituale der NS-Propaganda entlarvt. Es wurde aber auch ein Zeichen zeitgenössischer Architektur gesetzt: Ein Pfahl aus Glas und Stahl durchschneidet den Nordflügel der nicht fertiggestellten Kongresshalle und bezieht so eine deutliche bauliche Gegenposition zur NS-Herrschaftsarchitektur.

Auf der Rückfahrt konnte - jetzt bei strahlendem Sonnenschein – das einmalige Stadtpanorama Nürnbergs betrachtet werden. Ein Bummel durch das Herz der Frankenstadt rundete das AWO-Programm ab.

 

 

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