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Drehbuchautorin Barbara Piazza beim Stadtseniorenrat

23.11.2008 - SSR Stadtseniorenrat B.Nürk

 

Auf Einladung des Stadtseniorenrats war nach einigen Jahren wieder die Drehbuchautorin Barbara Piazza in ihre Geburtstadt Eislingen gekommen. Die schönen Erinnerungen an jenen Nachmittag hatten viele Ruheständler ins Altenzentrum St. Elisabeth gelockt.
Kurz berichtete die Exeislingerin über ihre frühere Tätigkeit im Altenheim St. Elisabeth und erwähnte den damals erfolgten Aufbau der ambulanten Pflegehilfe und der Sozialstation. Vor 29 Jahren wurde ihr Mann Schulleiter der Freien katholischen Schule in Biberach, was zum Wegzug der Familie aus Eislingen führte. Danach begann sie Drehbücher fürs Fernsehen zu schreiben. Die Kinder Barbara Pizzas sind erwachsen. Abgefärbt hat ihre Tätigkeit fürs Fernsehen auf den Sohn, der in München als Fernsehproduzent tätig ist. Unter seiner Ägide sei z. B. die Serie „um Himmels willen“ entstanden.

Die Arbeit im Fernsehen sei Teamwork, so die Rednerin. Den Drehbuchautor könne man mit dem Architekten vergleichen und das Drehbuch als „Bauplan“ verstehen. Wichtig bei Sachthemen seien korrekte Recherchen. Größere Fehler seien kaum passiert, nur einmal, bei einem juristischen Thema, wie sie im Nachhinein selbst herausfand. Recherchenarbeit sei aufwendig und zeitraubend. „Zum Forsthaus Falkenau habe ich soviel gelesen, dass ich die Jägerprüfung bestanden hätte und noch heute kann ich eine Dachsfalle zeichnen, meinte Frau Piazza.
Vor zweieinhalb Jahren begann die Exeislingerin einen Roman zu schreiben, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in einem fiktiven Dorf im Stauferland und in den Nachbarkreisen spielt und 2010 erscheinen wird, Der Literaturagent der angehenden Romanschriftstellerin hatte die ersten 400 Seiten gelesen und das Werk danach acht Verlagen vorgelegt. Sieben davon wollten den Roman kaufen; 2 Fernsehproduzenten zeigten bereits Interesse an einer Verfilmung. Den Unterschied zwischen Roman und Drehbuch zeigte die Rednerin folgendermaßen auf: Drehbuch sei Sprechsprache, ein Roman habe einen literarischen Anspruch, so die frühere Eislingerin. Im letzten Jahr traf sie die ebenfalls schwäbische Autorin Petra Durst-Benning, deren Roman „die Samenhändlerin“ in Rahmen einer Serie fürs Fernsehen verfilmt werden soll. Barbara Piazza ist von der Produktionsfirma Bavaria dafür vorgesehen, die entsprechenden Drehbücher zu schreiben.

Gegen Ende der Veranstaltung kam die Referentin auf die Veränderung der Medienlandschaft zu sprechen. Computer und Handy verdrängen bei den jungen Leuten zunehmend das Fernsehen, auch andere Bild- und Tonträger gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. Durch die Zweit- und Drittverwertungsrechte ist es z. B. möglich, TV Filme und Serien im Handel als DVDs anzubieten. Auch eine der ersten Serien der Autorin „Regina auf den Stufen“, aus der einzelne Sequenzen gezeigt wurden, ist inzwischen als DVD erhältlich.

In der Diskussion beantwortete Frau Piazza Fragen der Anwesenden. Vorabendfernsehen, Primetimefictions, Kosten der Produktion und Rollenbesetzung wurden angesprochen.
Nachdenklich äußerte sich die Drehbuchautorin zu machen Animationsfilmen (Zeichentrickfilmen). Im Verlauf ihrer Tätigkeit habe sie festgestellt, dass es bei diesen Filmen und wie auch bei Krimis heute öfters brutaler und gewalttätiger als noch vor einigen Jahren zugehe. In der Zunahme der Gewalt unter Jugendlichen sieht sie bedenkliche Folgen solcher Darstellungen. Zustimmendes Kopfnicken beim Publikum war die Resonanz darauf.
Mut machte die Rednerin den Senioren, nicht nur Positives, sondern auch Kritisches und Missfallendes an die Fernsehanstalten zu schreiben. Gelesen und registriert werde dort alles, auch wenn keine persönliche Antwort erfolge. Eine einzige solche Zuschrift stehe für Tausende. Die klar formulierte Meinung zahlreicher Zuschauer könne durchaus Reaktionen der Sender oder Produktionsfirmen bewirken.

Großen Dank und viel Beifall erfuhr Barbara Zachay für den unterhaltsamen Nachmittag. Man freut sich schon auf ein Wiedersehen mit der beliebten Autorin, wenn sie nach dem Erscheinen ihres Romans wieder nach Eislingen kommt.

 

 

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Bildmaterial Stadtseniorenrat Eislingen



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