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DRUCKANSICHT

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efa-Ausflug nach Stuttgart ins »Hotel Silber« am 20. Juni 2026

»Das Gestern ist im Heute angekommen«

22.6.2026 - Eislinger Frauenaktion efa

 

Ausgerechnet an einem der heißesten Tage dieses Sommers nach Stuttgart zu fahren und sich an historischem Ort mit dem organisierten NS-Terror auseinanderzusetzen! Wir vierzehn efa-Frauen fanden den Besuch zwar beklemmend, weil sich ständig Parallelen zur aktuellen politischen Situation aufdrängten, doch lohnend und eindrucksvoll. Allein die Geschichte des Gebäudes nahe dem verkehrsumtobten Charlottenplatz vom Nobelhotel um 1900 und dann seit 1928 der jahrzehntelangen Nutzung durch die Politische Polizei bis zum heutigen Lern- und Gedenkort ist spannend zu hören.
Als Mitinitiatorin und Geschäftsführerin des Vereins konnten Elke Banabak und Brigitte Lösch, die seit ihrem Ausscheiden aus dem Landtag den Vorsitz der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber bekleidet, uns kenntnisreich durch die Ausstellung führen und jede sich stellende Frage beantworten. Vor allem konnten sie auch anschaulich berichten, welches (ehrenamtliche) Engagement und Durchhaltevermögen aufzubringen war. Denn 2008 war im Zuge des Bauprojekts Dorotheenquartier der Abriss des Hauses so gut wie beschlossen: Der Täter-Ort, den die Gestapo-Zentrale darstellt, passte den Investoren so gar nicht in ihre Vorstellung von einer schicken Einkaufsmall. Die Hartnäckigkeit der Initiative siegte, 2018 konnte das Hotel Silber mit seiner ständigen Ausstellung über die TäterInnen und Opfer eröffnet werden. Zu sehen sind Exponate wie eine massive Zellentür mit Einritzungen von Gefangenen, Fotografien und zahlreiche Dokumente, die zeigen, wie der Übergang von der Weimarer Republik in die NS-Diktatur funktionierte, wie die Organe des Unrechtsregimes arbeiteten – freilich unterstützt von der großen Menge an Mitläufern.
Wie in den wenigen letzten Jahren nationalistische, faschistische Kräfte wieder erstarken konnten, bedeutet, nicht mehr nur den Anfängen zu wehren, sondern eine noch entschiedenere Haltung für die Demokratie einzunehmen. Für die Sonderausstellung »Rechtsextremer Terror« hatten wir dann freilich keine Energie mehr, aber sie ist noch bis Anfang 2027 zu sehen – wie das Hotel Silber ohnehin einen häufigeren Besuch lohnt. (www.hotel-silber.de)
Von dem Blick in die Vergangenheit, dem Wissen um schreckliches Geschehen mussten wir uns ein wenig erholen – das gelang mit dem (Einkaufs-)Bummel über den Flohmarkt oder durch die Modemeile und schließlich beim gemeinsamen Mittagessen im Biergarten der Academie der schönsten Künste.



Hier gibt es weitere Informationen zu diesem Artikel:

http://www.hotel-silber.de