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SPD-Fraktion Eislingen: Gute Gründe für die Radröhre
10.10.2026 - Hans-Ulrich Weidmann
Während des Maultaschenessens der Arbeiterwohlfahrt am Nationalfeiertag in der Stadthalle in Eislingen wird Ingrid Held gefragt: „Ja habt ihr das nicht schon längst beschlossen?!“ Die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Gemeinderat antwortet erläuternd, dass das nicht so einfach ist: Der Abriss der Straßenbrücke über Bahn und Fils ist beschlossen, beschlossen und ausgeführt ist die Straßenunterführung der Mühlbachtrasse, geplant und vom Regierungspräsidium genehmigt ist der Ausbau der Bahnunterführung mit einer zusätzlichen Radfahrerröhre. Aber weil die Finanzierung dieses Vorhabens von der Bezuschussung durch das Regierungspräsidium Stuttgart abhängt, fehlt noch der abschließende Beschluss zur Bauausführung. Deswegen steht die Abstimmung am 19. Oktober im Gemeinderat an.
Es handelt sich mit dem Ausbau der Unterführung um einen zentralen Baustein der Stadtplanung. Fußgänger und Radfahrer werden an dieser Stelle die Bahngleise unterqueren. Dabei ist die Unterführung für Radfahrer, Passanten und Bahnreisende, die die Unterführung als Zugang zum Bahnsteig nutzen müssen, schon heute viel zu klein. Weil der Aufzug für den Barriere freien Zugang zum Bahnsteig in der Mitte der Unterführung eingebaut ist. Und für enge Räume und schlechte Übersichtlichkeit sorgt. Fußgänger haben einen Korridor von weniger als 3 Meter, um den Treppenbereich zu den Bahnsteigen zu passieren. Wenige Menschen (ver)füllen bereits den Durchgang.
Die neue Stadtmitte entsteht im einheitlichen Konzept, das auf dem Abriss der Straßenüberführung gründet. Und für die Neuentwicklung der Stadtmitte unter Neugestaltung des Schlossplatzes werden ebenfalls aus Landesmitteln Zuschüsse gewährt. Vor dem Hintergrund dieses Konzeptes wäre es verkürzt, nur die Frage zu stellen, ob die Radröhre gut 3 Millionen € Wert ist. Die Neugestaltung der Unterführung stellt vielmehr das notwendige Scharnier für die Stadtentwicklung dar. Und die SPD verweigert sich daher einer Verknappung des Sachverhaltes dahingehend, PKW-motorisierte Autofahrer gegen Radfahrer auszuspielen. Es ist dies eine verkürzte Sichtweise, die der Problematik nicht gerecht wird. Die Neugestaltung der Stadtmitte soll sich in einem neuen Zentrum abbilden. Das von allen Seiten leicht zugänglich ist. Und dafür ist die bestehende Unterführung zu schwach.
Die Radröhre schafft neue Räume und entzerrt die Nutzung der Unterquerung der Bahngleise. Die Zweiradfahrenden werden zukünftig unter sich und getrennt von den Passanten unterwegs sein. Und die Radröhre erlaubt auch eine Vereinfachung im Hinblick auf das Gefälle – ohne Kurven. Zu denken ist nicht nur an die älteren, sondern auch die jüngeren Verkehrsteilnehmer: Die Schüler. Die Bahnunterführung ist die einzige Unterquerung der Gleise als ausgewiesener Radweg für Schüler in der Innenstadt.
Jeder, der die Unterführung nutzt, kann sehen, wie eng es dort zugeht. Ein Bild zeigt das augenfällig und welchen Nutzen die zusätzliche Radröhre bringt: Die Fußgänger können die bisherige Breite voll ausnutzen. Und die Unterführung wird übersichtlicher. Dafür möchte sich die SPD in Eislingen einsetzen, für die zentrale Verbindung für die Menschen und Bürger zu Fuß, damit die neue Mitte aus dem südlichen Stadtteil so attraktiv wie möglich zu erreichen ist. Und das wäre letztlich der Gewinn für Eislingen und die Bürgerschaft. Und dafür bekommt Eislingen zu Recht Millionen aus dem Fördertopf der Stadtentwicklung.
 Bilder: Paul Kottmann
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