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EISLINGEN-ONLINE: Teuer oder wertvoll?
CDU Stadtrat stört sich an der Kostenaufstellung. Machen Sie sich selbst ein Bild.
07.11.2026 - Arbeitskreis eislingen-online e.V.
Ist ein digitales Archiv mit mehr als 20.000 Artikeln, das seit über zwei Jahrzehnten das gesellschaftliche, kulturelle und politische Leben Eislingens dokumentiert, zu teuer? Oder handelt es sich um einen wertvollen Informationsbestand, dessen Erhalt und Weiterentwicklung eine öffentliche Förderung rechtfertigen?
Diese Frage stand im Mittelpunkt einer kontroversen Beratung im Eislinger Kultur-, Sport- und Sozialausschuss (KSSA). Anlass war ein Förderantrag des Arbeitskreises eislingen-online e.V. über 1.800 Euro für das neue Projekt myeislingen.de.
Kritik an den Kosten und Verdacht auf Verschleierung CDU-Stadtrat Hans-Jörg Andonovic-Wagner stellte die Kostenaufstellung infrage. Wie die lokale Presse berichtete, äußerte er Zweifel daran, dass bereits bestehende Hosting- und Archivierungskosten in einem Förderantrag für ein neues Projekt berücksichtigt werden dürfen.
Dabei sprach er von einer möglichen Verschleierung und verwies auf strafrechtliche Konsequenzen, die bei einer Subventionserschleichung entstehen könnten. Ein entsprechendes Fehlverhalten wurde jedoch nicht festgestellt.
Für Hans-Ulrich Weidmann, Vorsitzender des Arbeitskreises eislingen-online, waren diese Äußerungen persönlich sehr belastend. Seit Jahrzehnten engagiert er sich ehrenamtlich für die Plattform und hat dafür auch erhebliche private Mittel eingesetzt.
Kritische Fragen zur Verwendung öffentlicher Fördermittel seien selbstverständlich berechtigt. Zwischen einer unterschiedlichen Bewertung von Kostenpositionen und dem Verdacht auf strafbares Verhalten müsse jedoch sorgfältig unterschieden werden.
Was kostet eislingen-online tatsächlich? Die laufenden Kosten für die technische Infrastruktur lassen sich anhand der IONOS-Rechnungen nachvollziehen.
Die veröffentlichte Rechnung vom 10. Februar 2026 dokumentiert die beantragten Kosten Diese Kosten sind keine Schätzungen, sondern tatsächlich vom Anbieter berechnete Leistungen.
Das neue Angebot myeislingen.de soll unmittelbar auf den auf dem Server gespeicherten Datenbestand zugreifen. Durch die Nutzung des bestehenden Servers mit unbegrenztem Speicherplatz können zusätzliche Hostingkosten vermieden werden. Ein Vergleich verdeutlicht den Zusammenhang: Wenn eine Bibliothek ein neues digitales Suchsystem für ihre Bücher entwickelt, entfallen dadurch nicht die Kosten für deren Aufbewahrung.
Genauso bildet das vorhandene Archiv die technische Grundlage für myeislingen.de.
Ob und in welchem Umfang bestehende Betriebskosten nach den Förderrichtlinien anerkannt werden können, ist eine gesonderte Frage. Die Kosten wurden nach Darstellung des Vereins jedenfalls offen in der Projektplanung berücksichtigt. Große Mehrheit unterstützt das Projekt Trotz der kontroversen Diskussion sprach sich der KSSA mit großer Mehrheit und lediglich einer Gegenstimme für die Förderung von myeislingen.de aus.
Für den Arbeitskreis eislingen-online ist diese Entscheidung eine wichtige Anerkennung seines langjährigen ehrenamtlichen Engagements.
Dieser über Jahrzehnte überwiegend ehrenamtlich entstandene Informationsbestand ist ein wertvolles Stück lokaler Zeitgeschichte. Auch der Pressereferent der CDU nutzt diese kostenlose Informationsplattform. Natürlich verursacht seine technische Bereitstellung laufende Kosten. Doch der Wert eines solchen Archivs lässt sich nicht allein an Servergebühren messen.
Was ist ein digitales Stadtgedächtnis wert? Mehr als 20.000 Artikel dokumentieren Veranstaltungen, Vereinsleben, kommunalpolitische Entscheidungen und viele weitere Ereignisse aus Eislingen. Hans-Ulrich Weidmann hat sich inzwischen im Namen von eislingen-online in einem Schreiben an Oberbürgermeister Oliver Marzian und die Mitglieder des Gemeinderats für die Unterstützung bedankt und die technischen sowie wirtschaftlichen Hintergründe der Projektfinanzierung nochmals erläutert.
Die BETA-Version können Sie schon jetzt aufrufen: https://www.eislingen-online.de/myeislingen/

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