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AWO Eislingen war mit Frau Daimler unterwegs
Stadtführung in Schorndorf und Theaterbesuch in Plüderhausen
31.1.2006 - Harald Kraus
Einen abwechslungsreichen und informativen Tag erlebten die Teilnehmer beim ersten Tagesausflug der AWO Eislingen in diesem Jahr. Am vergangenen Samstag stand zum Auftakt der Ausflugsserie eine Stipvisite in der Nachbarstadt Schorndorf und ein Besuch einer Vorstellung im Theaterbrettle in Plüderhausen auf dem Programm.
Im historischen Gewand von Frau Daimler, der Gattin des berühmten Motorenkonstrukteurs, empfing Frau Dengeler die Gäste aus Eislingen. In langem Rock, ganz auf Taille gearbeitet und in Schnürstiefeln, wie sie im auslaufenden 19. Jahrhundert Mode waren, führte sie als “Frau Daimler” die AWO-Gruppe durch die historische Innenstadt Schorndorfs. Eindrucksvoll war ihr Bericht über den legendären Autobauer vor dessen Geburtshaus. Die Probleme, die Gottlob Daimler bei der Finanzierung und Patentierung seines leichten Benzinmotors hatte und die schließlich sich doch einstellenden Erfolge lieferten einen kompakten Überblick über seine Taten.
Aber auch die Führung durch die Gassen und Winkel der Altstadt und zu den zahlreichen Fachwerkhäusern vermittelte einen Eindruck von “der schönsten Fachwerkkulisse seiner Art in Süddeutschland”, wie die Stadtführerin stolz betonte. Deshalb liege Schorndorf auch nicht ohne Grund an der Deutschen Fachwerkstraße. Die Führung führte sodann zum Jagdschloss und zu den imposanten Resten der früheren Stadt-mauer. Sie wurde auf dem Marktplatz abgeschlossen, wo “Frau Daimler” die Geschichte der Frauen um Barbara Künkelin, der Schorndorfer Stadtheldin zum Besten gab, die im Jahr 1688 durch ihr beherztes Einschreiten zusammen mit zahlreichen Zeitgenossinnen die am Stuttgarter Hof bereits beschlossene Übergabe der Festung Schorndorf an das feindliche französische Heer verhinderte.
Im Theaterbrettle in Plüderhausen gab es am Abend vor vollbesetztem Haus eine Vorstellung der turbulenten Komödie “S könnt no schlemmer komma”, die nach einem Stück mit dem Titel “Valentinstag” von Berry Creyton auf schwäbische Mundart in Text und Handlung umgearbeitet wurde. Dieser Kunstgriff schimmerte gelegentlich durch und hat die eisernen Anhänger schwäbischen Mundarttheaters nicht vollständig zufrieden stellen können. Dennoch führte das Lustspiel von einer Überraschung zur anderen und strapazierte die Zwerchfelle der Besucher. Luis, ein erfolgloser Schriftsteller wollte sich in seiner Einsamkeit – seine Frau Veronika war ihm davongelaufen – das Leben nehmen, als sein Freund Nick ihm eröffnete, dass besagte Veronika aus Amerika zurück käme. Da Nick vor seinem Freund mit Veronika verheiratet war und der Rechtsanwalt des Duos zusammen mit einer Polizistin an Veronikas “großes Geld” herankommen wollten, nahmen die Verwicklungen und gegenseitigen Attacken ihren Lauf. Bemerkenswert war der Auftritt des von Nick gedungenen Killers, der Veronika beseitigen sollte. Er sprach kein Wort und brachte nur durch Mimik und Körpersprache seine jeweilige Absicht zum Ausdruck, ein köstliches Vergnügen.
Der nächste Ausflug der AWO Eislingen führt am 25. Februar nach Backnang, wo das Deutsche Zauberzentrum besucht und eine Exclusiv-Vorstellung erlebt werden kann. Anmeldungen hierzu nimmt die AWO unter den Telefonnummern 817504 und 817388 noch entgegen.
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