|
|
|
SPD Eislingen diskutierte Grundsatzprogramm
Gut besuchte Mitgliederversammlung in Krummwälden
29.7.2006 - Harald Kraus
Trotz hochsommerlicherTemperaturen kamen am vergangenen Mittwochabend zahlreiche SPD-Mitglieder ins Krummwäldener Dorfgemeinschaftshaus, um über das von der Bundespartei geplante neue Grundsatzprogramm zu diskutieren. Der Ortsvereinsvorsitzende Hartmut Komm, gerade in den Gemeinderat der Stadt Eislingen nachgerückt, freute sich über den Besuch und verwöhnte seine Gäste mit einem Vesper aus heimischer Produktion. Die Leitsätze des neuen Parteiprogramms wurden von Harald Kraus vorgestellt. Eine rege Diskussion erbrachte zahlreiche Vorschläge, die der Ortsverein in nächster Zeit konkretisieren und in einem Antrag zum Bundesparteitag im Herbst 2007 zusammenfassen will.
Harald Kraus’ Vorschlag, auf ein Referat zu verzichten und stattdessen aus dem Kreis der Teilnehmer Vorschläge, welche Punkte in einem neuen Parteiprogramm enthalten sein müssten, zu sammeln, wurde einhellig akzeptiert und somit eine abwechslungsreiche und interessante Diskussion ausgelöst.
Nach Ansicht der Eislinger Sozialdemokraten muss das neue SPD-Grundsatzprogramm eine konkrete Aussage zum Thema Mindestlohn enthalten. „Ein Arbeitseinkommen muss ein angemessenes Leben ermöglichen“, bekräftigte Waldemar Berg die Zielsetzung. Hartmut Komm schloss sich mit der Auffassung an, dass die Politik konkret Arbeitsplätze schaffen könne, zum Beispiel im Öffentlichen Dienst und im Pflegebereich.. In dem Programm müsse aber definiert werden, wo genau neue Arbeitsplätze entstehen könnten.
Qualifikation in Kernkompetenzen weiterentwickeln
Uli Weidmann betonte, dass die Weiterqualifizierung der Arbeitnehmer ein unverzichtbares Element künftiger Politik werden müsse. Die Qualifikation in Kernkompetenzen entscheide über die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und ihrer Arbeitnehmer. Dr. Heide Kottmann will im Programm fixiert wissen, dass die Chancen für weniger Qualifizierte durch gezielte Fördermaßnahmen verbessert werden müssten.
Konrad Dießenbacher sprach sich für eine weitere Reform der Unternehmenssteuern aus und verlangte, dass jedes Unternehmen Steuern zahlen müsse. Die Schlupflöcher müssten gestopft werden. „Gegen den Missbrauch von Leistungserbringern im Gesundheitswesen muss entschieden vorgegangen werden“, sagte er ferner. Mehrere Diskutanten forderten mehr Transparenz im Gesundheitswesen, zum Beispiel durch Aushändigung von Arztabrechnungen, mit Hilfe derer überprüft werden könnte, ob die erbrachten Leistungen korrekt abgerechnet würden.
Am Beispiel des geplanten zentralen Beitragseinzugs für die Krankenversicherung wurde aufgezeigt, dass die damit verbundenen Arbeitsplatzverluste von annähernd 30.000 Beschäftigten nicht einfach ignoriert werden dürften, sondern deren soziale Absicherung Gegenstand eines neuen Konzepts werden müsste. Dass in den vom Parteivorstand vorgelegten Leitsätzen keinerlei umweltpolitische Positionen beschrieben sind, beanstandete Uli Weidmann im weiteren Verlauf und votierte dafür, hier den Gründen nicht das Feld zu überlassen. Schließlich sei mit dem beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie der wichtigste umweltpolitische Meilenstein maßgebend von der SPD gestaltet worden.
„Gewerbesteuer muss erhalten bleiben“
Hartmut Komm meinte, dass bei der Gesetzgebung zwar der Datenschutz immer berücksichtigt werden müsse, überzogene Vorschriften aber in der Sache kontraproduktiv sein könnten und deshalb ein vernünftiges Augenmaß eingehalten werden solle. Vor dem Hintergrund des aktuellen Kabinettsbeschlusses wurde auch die Reform der Erbschaftssteuer angesprochen und verlangt, dass Unternehmer sich durch Auslandsflucht keinesfalls der Zahlung von Erbschaftssteuern entziehen dürften. Auch die Abschreibung von Auslandsinvestitionen im Inland muss nach Vorstellung der Eislinger Sozialdemokraten beseitigt werden. Stadtrat Peter Ritz setzte sich für die Erhaltung der Gewerbesteuer ein, da sie ein zentrales Finanzierungsinstrument der Kommunen darstelle.
Breiten Raum nahm die Frage ein, ob es sinnvoll ist, staatliche Dienstleistungen zu privatisieren. Dies wurde grundsätzlich abgelehnt, insbesondere die Wasserversorgung, aber zum Beispiel auch der Strafvollzug dürfe keinesfalls privatwirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten unterworfen werden. „Was gesellschaftlich notwendig ist, muss der Staat selbst organisieren“, bekräftigte Leni Breymaier.
Mehr Bürgerbeteiligung ist notwendig
Auf das noch immer nicht zufriedenstellend gelöste Problem der Vereinbarbeit von Familie und Beruf wies die Kreisvorsitzende Dr. Heide Kottmann hin und erwartet im SPD-Programm dazu konkrete Aussagen. Mehr Solidarität mit den Entwicklungsländern hielt Peter Ritz für erforderlich. Mehr Bürgerbeteiligung durch Befragungen und Bürgerentscheide soll im Grundsatzprogramm nach Eislinger Ansicht ebenfalls verankert werden.
Weitere Forderungen für die Programmdiskussion waren die Erhaltung der öffentlich-rechtlichen Medien und die Verbesserung des Verhältnisses zwischen den Gewerkschaften und der SPD.
Die gemachten Vorschläge werden in den nächsten Wochen mit den Leitsätzen des Parteivorstandes nochmals im Detail abgeglichen und schließlich in einen Antragstext umgesetzt.
Ortsvereinsvorsitzender Hartmut Komm bedankte sich bei Harald Kraus für die Vorbereitung der lebhaften und kurzweiligen Veranstaltung und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass auch weitere Parteiveranstaltungen in Krummwälden dort zu einer erhöhten Akzeptanz sozialdemokratischer Politik führen.
|
|
Aufrufe dieser Seite seit 02.05.2024: 332
zur Druckansicht
| |
|
Hier zum Aufruf aller Artikel der Rubrk(en):
Stichworte:
SPD *
Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:
|

|  Save the Date- Jazziges Adventskonzert am Sonntag, dem 29.11.26 Chor Salto Vocale lädt in die Markuskirche Eislingen ein Liederkranz Eislingen Save the Date- Jazziges Adventskonzert am Sonntag, dem 29.11.26
Chor Salto Vocale lädt in die Markuskirche Eislingen ein | |
| 
|  Herbstfest im Altenzentrum St. Elisabeth – Gemeinsam den Herbst genießen
21.10.2026 - Altenzentrum St. Elisabeth Bettina Peller Am Montag, den 19. Oktober 2026, fand im Altenzentrum St. Elisabeth in der Tagespflege St. Franziskus ein gemütliches Herbstfest statt. Tagespflegegäste, Kunden der Sozialstation, Bewohner des Betreuten Wohnens sowie interessierte Besucher waren herzlich eingeladen, gemeinsam einen schönen Nachmittag in geselliger Runde zu verbringen.
Passend zur Jahreszeit erwartete die Gäste eine Auswahl... ..lesen Sie hier weiter | |
| 
|  Eislinger zu Gast in der ungarischen Partnerstadt Villány Ungarische Gastfreundschaft, Stadtentwicklung und persönliche Begegnungen 14.10.2026 - PSE Pressestelle der Stadt Eislingen Mit Südungarn verbinden viele Eislingerinnen und Eislinger vor allem die Partnerstadt Villány. Zur Weinlese verwandelt sich die Stadt jedes Jahr zu einem Anziehungspunkt für tausende Gäste aus dem In- und Ausland. Einer der Höhepunkte ist das Rotweinfestival, zu dem Oberbürgermeister Oliver Marzian von seinem Amtskollegen Bürgermeister István Mayer herzlich eingeladen wurde. Eine 11-köpf... ..lesen Sie hier weiter | |
| 
|  Herbstfest im Altenzentrum St. Elisabeth Ein Nachmittag voller Musik und guter Laune 14.10.2026 - Altenzentrum St. Elisabeth Bettina Peller Ein bis auf den letzten Platz gefülltes Café, fröhliche Gesichter und viel Bewegung zur Musik: Das Herbstfest im Altenzentrum St. Elisabeth in Eislingen war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg.
Am Montag, dem 12. Oktober 2026, verwandelte sich das Café St. Elisabeth in einen lebendigen Treffpunkt. Die Bewohnerinnen und Bewohner waren zahlreich erschienen, sodass schließlich jeder Platz ... ..lesen Sie hier weiter | |
| 
| CDU-Fraktion informiert über geplante Radröhre Klare Rückendeckung aus der Bürgerschaft für die CDU 13.10.2026 - CDU Eislingen Andreas Gruß Am Rande des Wochenmarktes informierten die Stadträte der CDU-Fraktion im Eislinger Gemeinderat über die geplante Radröhre. In zahlreichen Gesprächen bestätigten Passanten die kritische Haltung der CDU. „Bleiben Sie bei Ihrer Meinung!“, lautete die ausdrückliche Aufforderung vieler Bürger.
Für die CDU-Fraktion steht fest: Steuergeldverschwendung ist immer falsch. Doch in Zeiten, i... ..lesen Sie hier weiter | |
| 
|  Wenn kleine Töne große Herzen erreichen
12.10.2026 - TSG Musikzug Gerold Deppisch In der Turnhalle des Wasenhofs lag an diesem 11. Oktober ein besonderer Zauber in der Luft. Das MamaPapa‑Konzert des Musikzugs der TSG Eislingen ist jedes Jahr ein Nachmittag, an dem die jüngsten Musikerinnen und Musiker zeigen dürfen, was sie gelernt haben. 56 Kinder und Jugendliche standen auf der Bühne, von den Flötenkids bis zum Jugendorchester. Besonders die jüngste Blockflötengruppe... ..lesen Sie hier weiter | |
| 
| Vor-Ort-Aktion der CDU Eislingen zur geplanten Radröhre am Freitag, 9.Oktober
08.10.2026 - CDU Eislingen Andreas Gruß Die Stadträte der CDU Eislingen werden am Vormittag des kommenden Freitag, 9.10. bei einer Vor-Ort-Aktion im Eislinger Zentrum an der Schloßpassage zur geplanten, über 10 Millionen Euro teuren Radröhre informieren und die gigantische Dimension des Tunnels darstellen. | |
| 
|  Naturschutz im Täle Die diesjährige 'Sensengruppe' 07.10.2026 - Die Grünen Eislingen Holger Haas Seit fast 40 Jahren wird vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND eine Wiese im Täle gemäht. Vater des Projekts ist Gerhard Rink vom BUND, der seinerzeit die Initiative ergriffen hat. Mittlerweile müht sich jährlich eine bunte Gruppe bestehend aus Mitgliedern des BUND, der Eislinger Grünen und vom NABU. Während früher alles von Hand gemäht wurde, ist mittlerweile ein BalkenmÃ... ..lesen Sie hier weiter | |
| 
|  Kürbisschnitzen in Krummwälden Samstag 10.10.2026 05.10.2026 - Obst- u. Gartenbauverein Krummwälden e.V. Lisa Ax Am 10.Oktober von 14:00-17:00 Uhr findet das traditionelle Kürbisschnitzen beim Dorfgemeinschaftshaus statt. Kosten 2€ pro Kind. Die Kürbisse bitte selbst mitbringen. Für Kaffee, Getränke und Kuchen ist bestens gesorgt. Dafür steht ein Spendenkässle bereit. Bitte beachten, die Veranstaltung findet nur bei trockenem Wetter statt. | |
| 
| Grüne Fraktion steht zur Radunterführung: Investition in die Zukunft
01.10.2026 - Die Grünen Eislingen Holger Haas Die Grüne Fraktion im Eislinger Gemeinderat wird der geplanten Radunterführung zwischen Bahnhof und Schlossplatz zustimmen. Rund 3,22 Millionen Euro muss die Stadt dafür einschließlich Vorplätzen, Rampen und Treppenanlage selbst aufbringen. Gleichzeitig steht eine Förderung von Land und Bund in Höhe von rund 90 Prozent der Baukosten in Aussicht.
Die bestehende Schlosspassage ist eine wich... ..lesen Sie hier weiter | |
|
|
|
|
   Wir danken den Werbepartnern für die Unterstützung
|
|
| |
|