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Togo: Eine Reise in ein sehr fernes Land / Benefizlauf und Projekttage am EKG

Ziel erreicht! Erweiterungsbau mit drei Klassenzimmern erlaufen

22.7.2008 - Ritz Peter (Bernita Nothelfer)

 

Togo: Eine Reise in ein sehr fernes Land / Benefizlauf und Projekttage am EKG
Ziel erreicht! Erweiterungsbau mit drei Klassenzimmern für eine Schule in Gnékéréda im Norden Togos im Kanton Landa Pozenda / Sensationelle Summe von € 20 675,66 erlaufen!
Spannende Reise nach Afrika

Auf eine nicht alltägliche Reise nahm Anton König, der 1. Vorsitzende der Togohilfe Donzdorf e.V. alle Schüler und Schülerinnen des Erich-Kästner-Gymnasiums an den beiden Tagen im Juli mit. Zunächst mit dem Flieger nach Addis Abeba und dann quer über den afrikanischen Kontinent nach Lomé, der Hauptstadt Togos. Von hier aus ging‘s mit einem abenteuerlich bepackten Buschtaxi zusammen mit Ziegen, Hühnern und 22 weiteren afrikanischen Reisenden, mit zwei Mopeds und einer Kühltruhe auf dem Dach des Taxis, 500 km nach Norden über nicht asphaltierte Sand - und Schotterpisten, Höchsttempo 50 km, nach Kara und von hier aus weiter bei bis zu 40 Grad zu Fuß, mit zwei Rucksäcken bepackt ins etwa 20 km entfernte Projektgebiet der Togohilfe. Gebannt und sehr konzentriert folgten die Schüler dem Diavortrag über diese spannende Reise in eine ganz andere Welt.

Zwei Tage Benefizlauf im Wechsel

Währenddessen liefen am ersten Tag die Klassen 5 bis 9a mit unglaublichem Eifer ihre Kilometer für das gemeinsame Projektziel, gesponsert von Eltern, Großeltern und Verwandten. Alle Sportlehrer, als Hauptorganisatorin Frau Carolin Ziegler, waren beim Lauf dabei und liefen sogar selbst, zusammen mit den Schülern ihre gesponserten km.
Am Donnerstag dann umgekehrt: Die Klassen 9b bis Jahrgangstufe 12 liefen und die jüngeren Schüler folgten den angebotenen Informationen und Aktivitäten im Schulhaus.

Ein Schulhaus voller Projekte: Informationen spannend verpackt

Die Lehrer und Lehrerinnen am EKG hatten sich an 16 Stationen eine ganze Menge an spannenden und informativen Projekten zu Togo einfallen lassen, um den Schülern zu zeigen, warum und wozu sie sich beim Lauf so heftig einsetzten.
Bei weiteren 16 Stationen konnten die Schüler ihre im Diavortrag gewonnenen Erkenntnisse und Eindrücke nachhaltig vertiefen.
Religion: Leben der Kinder in Togo.
Das Alltagsleben der bitter armen und häufig mangelernährten Kinder wurde gezeigt. Die Schüler waren überrascht, dass die Kinder keineswegs immer traurig sind, sondern mit den einfachsten Dingen, wie Steinchen oder Blechbüchsen sehr kreativ spielen, auf dem blanken Lehmboden schlafen, tage - und wochenlang einen Einheitsbrei zu essen bekommen und trotzdem keineswegs unzufrieden oder gelangweilt wirken, sondern aus den einfachsten Dingen, z.B. einem aus Blechbüchsen zusammengebauten „Photoapparat“ Lebensfreude und Vergnügen gewinnen können. Herr Vesenmaier, Frau Krickel und Frau König betreuten diese Station.
Geographie: (von Herrn Riedel und Frau Bader-Gölz gestaltet) Informationen zur Lage Togos auf der Landkarte, zu den Produkten des Landes (z.B. Baumwolle und ihre Verarbeitungsmöglichkeiten), Rohstoffvorkommen, sowie zu den auf den Feldern angebauten Früchten.
Französisch-Stationen: (Französisch ist offizielle Landessprache ). Frau Parplies, Frau Baumhauer und Frau Ley hatten sich anspruchsvolle Aufgaben zu Land und Leuten in verschiedenen Schwierigkeitsgraden ausgedacht. Lückentexte konnten ausgefüllt werden, Gedichte wurden in der Fremdsprache produziert, Originaltexte aus dem Briefwechsel der Togohilfe Donzdorf übersetzt, Photos von den Schulen der Togohilfe betrachtet werden. Die Schüler waren mit Feuereifer dabei und ganz konzentriert bei ihren Aufgaben. In Zimmer daneben lief ein im Projektgebiet gedrehter Film, der die Schulen, ihre Organisation, die Lehrer und die Direktoren und die Kinder in den Schulzimmern beim Rechnen und Schreiben zeigten.
Geschichte:
Gesungen wurde zum Einstieg :“Was treiben wir Deutschen in Afrika“?: nach der Melodie: „ Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. Togo, von 1884 bis 1914 deutsche Kolonie . Höchst ironisch und sarkastisch wurde in diesem Lied das Streben der bereits industrialisierten Staaten nach Kolonien, bzw. billigen Rohstofflieferanten und neuen Absatzmärkten abgehandelt. Für die älteren Schüler erläuterten Herr Ritz und Herr Schmid die Problematik dieser Epoche, die direkt in den 1. Weltkrieg führte. Eine detaillierte Internetrecherche brachte Einblicke eigener Art.
Politik heute:
Hier behandelte Herr Gathmann als Schwerpunkt die Frage der Stellung Togos als Entwicklungsland, besonders die Rolle der Frau, es konnten hier bereits Kenntnisse aus den Dia-Vorträgen der Stationen Religion eingebracht werden.
Internetrecherche: Hatte sehr regen Zulauf, denn hier führten Herr Grüninger und Herr Heinzmann viele Schüler unterschiedlicher Klassenstufen in den Gebrauch des Internets ein und leiteten sie bei ihren Recherchen zu Togo an und stellten Aufgaben zum Finden von Informationen.
Trommeln für Togo:
Auf dem Weg vom Haupteingang zum Sekretariat waren Trommelwirbel nicht zu überhören: wenn man sich dann dem Musiksaal näherte kam ein dumpfes Stampfen hinzu. Und wenn sich dann die Tür öffnete, glaubte man tatsächlich in Afrika zu sein: im Kreis bewegten sich die Schüler, es wurde polyphon getrommelt, es wurde mit afrikanischen Lauten in Frage und Antwortform gesungen, so entstand eine Stimmung wie auf einem afrikanischen Dorffest in 003 Musik. Alle Musiklehrer, Herr Lässle, Frau Bade und Frau Frank fühlten sich mit ihren Schülern wie in Afrika.

Deutsch:
Herr Wünsche und Herr Weber sprachen über afrikanische Literatur und lasen Parabeln und afrikanische Geschichten vor. Beim Besuch hätte man eine Stecknadel fallen hören, so gespannt und konzentriert war die Aufmerksamkeit der Zuhörer, es knisterte förmlich im Raum vor Spannung. Und nebenan konnte nach Herzenslust mit Frau Janke und Frau Grupp entspannt geschmökert werden, es gab prächtige afrikanische Bildbände aus der Eislinger Stadtbücherei zum Anschauen, sowie afrikanische Geschichten und Bücher zum Lesen und Blättern.
Bunt und farbig ging es in den Kunsträumen zu, sie waren der Kreativität unter Anleitung von Herrn Bender und Herrn Schmitt gewidmet. Da entstanden afrikanische Masken, oder mit afrikanischen Mustern kombinierte Sprichwörter und Embleme. Die farbenfrohen und einfallsreichen Gemeinschaftsarbeiten können im Schulhaus bewundert werden.

Gourmetmenues: Die für Gourmets beliebteste Station befand sich in der Schillerschule: Herrliche exotische Düfte empfingen den Besucher beim Öffnen der Türe zur Küche. Hier wurde afrikanisch gekocht, gewürzt, gebruzzelt und gemischt. Sehr aparte Salate entstanden hier mit ganz besonderen Gewürzen, z.B. dem kostbaren Safran, mit Zimt und Minze, pro Tag von 20 Schülern/innen und ihren Lehrerinnen Frau Hofstätter, Frau Dilger und Frau Schöttle zubereitet. Aber auch Hühnchen auf afrikanisch mit Safran, Zimt und getrockneten Früchten oder der afrikanische Erdnusstopf mit Gemüsecouscous kitzelten und erfreuten die Geschmacksnerven. Auch der Nachtisch durfte natürlich nicht fehlen: Melonen- Joghurt Drink mit Minzblättchen, sowie in Orangenblütenwasser-Sirup gekochte Aprikosen gefüllt mit Frischkäse,- einfach köstlich.

Projekte der Togohilfe Donzdorf in beeindruckenden Bildern
Nicht vergessen wollen wir die Ausstellung zu allen Projekten der Togohilfe Donzdorf, professionell und sehr sorgfältig konzipiert und gehängt von Stefan Wünsche. Sogar eine Nachtschicht hatte er nach einem Theaterbesuch mit Klasse 8 in Stuttgart noch eingelegt, um die Ausstellung bereits eine Woche vor dem Benefizlauf fertigzustellen.
Hier konnten die Schüler noch einmal alle Projektthemen nachvollziehen. Zwischen malerischen Landschaftsphotos hindurch betritt man einen Innenraum und schaut zunächst auf einen Glaskasten mit kunstgewerblichen Ton- und Holzarbeiten aus Togo, daneben von afrikanischen Schülern gefertigte Zeichnungen, Photos, sowie Post mit vielen exotischen Briefmarken aus Togo. Drum herum nach Themen geordnet, die Arbeitsgebiete der Togohilfe in großformatigen, vom Gründer der Togohilfe, Herrn Schellenberger bei seinen zahlreichen Reisen im Land selbst aufgenommenen Photos. Sie sind nach den verschiedenen Projektgebieten geordnet: Thema Wasser, Thema Krankenstation und Hebammen, Thema Schule, Thema Schulspeisung in Kpindi, Thema Alltagsleben und Thema Geräte. Im Zentrum des Innenraumes eine leuchtend orange gebatikte Landkarte von Togo, in Afrika hergestellt. Hier konnten die Schüler nochmals aktiv tätig werden und die Fragen zu einem Quizz beantworten.

Sensationelles Gesamtergebnis: über € 20.000,- wurden erlaufen!

Übrigens: Die Schüler und Schülerinnen und die Lehrer und Lehrerinnen des Erich Kästner Gymnasiums sind in den zwei Tagen eine Gesamtstrecke von 4887 km gelaufen, das entspricht in etwa der Strecke ( Luftlinie ) von Eislingen nach Kara, der Hauptstadt des Kantons Landa Pozenda, wo sich das Projektgebiet der Togohilfe befindet.
Fazit der beiden Tage:
- es hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht und
- das Gesamtergebnis von € 24.000,- ist sensationell.
Dank an die OrganisatorInnen
Die Initiatiorin, Bernita Nothelfer, dankte besonders Marlies Rommel und ihrem Team, Frau Parplies, Frau Baumhauer und Frau Schöttle, für die toll gemanagte Gesamtorganisation der Stationen im Schulhaus sowie Frau Carolin Ziegler mit allen Kollegen, für die perfekte Organisation des Benefizlaufs.
Und natürlich allen Schülern, Schülerinnen und ihre Sponsoren, ohne die dieses so erfolgreiche Gesamtprojekt nicht möglich gewesen wäre, vorerst ein ganz herzliches Dankeschön im Namen der 111 Kinder in Togo, die als erste von dem neuen Schulhaus profitieren werden.

 

 

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