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Warten auf das nächste Hochwasser?

Die Eislinger Grünen haben eingeladen zum Thema Hochwasserschutz und viele kamen

30.9.2025 - Die Grünen Eislingen Holger Haas

Die Eislinger Grünen haben eingeladen zum Thema Hochwasserschutz und viele kamen in das kleine Foyer der Stadthalle, darunter zahlreiche Betroffene des Hochwassers vom letzten Jahr. Auch die grüne Landtagskandidatin Dr. Mariska Ott und die Bürgermeisterin aus Römerstein Anja Sauer waren unter den Gästen.
Die beiden Referenten Ulrich Haas von der Firma InfraConsult und Martin Fischer, der Leiter des Tiefbauamts in Eislingen haben über Ursachen, Hintergründe der Gefahren durch Hochwasser und Starkregenereignisse berichtet. Martin Fischer hat verschiedene Maßnahmen aufgezeigt, die die Stadt bereits umgesetzt hat. Tatsache ist, dass man im Zuge des Klimawandels verstärkt mit den Extremwetterereignissen rechnen muss. Holger Haas von den Grünen: „Den Klimawandel kann man nicht mehr zurückdrehen, bestenfalls eindämmen“. Insbesondere gegen Starkregenereignisse sei kein Kraut gewachsen. Hier helfe tatsächlich nur der Schutz der eigenen Immobilie. Entsprechende individuelle Beratungen werden von der Firma InfraConsult im Auftrag der Stadt Eislingen durchgeführt, wenn dies von den Eigentümern gewünscht werde.
Darüber hinaus seien viele Probleme hausgemacht, so Ulrich Haas. Vielfach wurde in Überschwemmungsgebieten und nahe an Bachläufen gebaut. Diese Flächen sollten eigentlich tabu sein. Also Vorsicht bei allen neuen Erschließungsflächen. Dies gelte natürlich nicht nur für in Eislingen. Martin Fischer bestätigte in seinem Vortrag, dass dort wo ein 100-jähriges Hochwasser zu erwarten ist (HQ100), was ja heutzutage viel häufiger auftreten kann, das Bauen eigentlich verboten sei. An der Krumm wurden in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten acht Hochwasserschutzmaßnahmen durchgeführt, die auch wirken. Die Pflege des Grünbestands werde regelmäßig durchgeführt, müsse aber im Einklang mit anderen gesetzlichen Vorgaben erfolgen, die z.B. dem Naturschutz. Allerdings, so einige Wortbeiträge aus dem Publikum, gehe es nicht darum, das Grün zu beseitigen, sondern die Krumm gelegentlich auszubaggern, weil sich Kies und Schlamm ansammeln, die den Abfluss behindern.
Neben dem individuellen Schutz der eigenen Immobilie, gibt es zahlreche Maßnahmen, die aber nur mittel- und langfristig wirken. Die Stichworte heißen „Urbanes Wassermanagement“ und Schwammstadt. Es muss möglichst viele Flächen geben, auf denen das Regenwasser versickern kann. Also entsiegeln, statt versiegeln. Nutzung von Sickerasphalt und Retentionsflächen sind hier ein Mittel der Wahl. Gründächer und Baumreihen, können zu einer Entspannung der Situation beitragen. Ebenso der Verzicht auf die mittlerweile verbotenen Schottergärten oder der Einbau großvolumiger Zisternen beim Straßenbau, deren Wasser dann im Sommer zum Gießen verwendet werden könnte. Eine kreative Idee, die an diesem Abend formuliert wurde, kommt leider zu spät: warum man denn keine große Zisterne beim Bau des Hirschkreisels in der nicht mehr genutzten Unterführung eingebaut habe, fragte einer der Gäste. Tatsächlich, so Holger Haas, war dies möglicherweise eine verpasste Chance.


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